Natürlich sauber ohne Chemie aus Erdöl

Erdöl ist wohl die bedeutendste Rohstoff-Ressource und Energiequelle des 20. und 21. Jahrhunderts. Es handelt sich um ein natürlich vorkommendes Gemisch aus Kohlenwasserstoffen verschiedenster Zusammensetzung. Je nach Betrachtungsweise reichen die Vorkommen noch für rund 40 bis 150 Jahre. Wirtschaftlich nutzbare Erdölvorkommen existieren nur in wenigen Gebieten der Welt. Alle Experten sind darin einig, dass Erdöl nicht auf ewige Zeiten den steigenden Energiehunger dieser Welt zu stillen vermag. Wenn die Ökonomien der bevölkerungsreichen Staaten China und Indien wachsen, dann beschleunigt sich dieser Prozess noch. Und wenn Amerika seinen Sprit-Durst nicht reduziert, ebenso. Und wenn etwas knapp wird, steigt der Preis. Wird die Knappheit von Unsicherheit begleitet, kommt es noch teurer. Trotzdem führen erneuerbare Energien wie Wind- und Wasserkraft, Erdwärme, Sonnenenergie und Wasserstoff als Energie-Spender ein Stiefmütterchen-Dasein.

Erdöl ist aber nicht nur unser Energielieferant Nummer 1, es ist auch der Basis-Rohstoff vieler Produkte unseres täglichen Lebens. Kunststoffe, Wasch- und Reinigungsmittel sind nur einige von ihnen. Auch hier werden alternative Ressourcen nur wenig genutzt, dabei werden pflanzliche Öle, Fette und Stärke bereits seit Jahren für die Herstellung von Tensiden eingesetzt. Stärkeliefernde Pflanzen sind in Deutschland Mais, Weizen und Kartoffeln. Unsere wichtigsten Öllieferanten sind Raps, Sonnenblumen und Öllein. Länder wie Brasilien, Malaysia, Indonesien und die Philippinen liefern uns Kokos- und Palmnöl.

Aus Pflanzen gewonnene Produkte setzen nach Gebrauch bei ihrer Verbrennung oder beim biologischen Abbau immer nur die Menge an CO² frei, die sie während des Wachstums der Atmosphäre entnommen haben. Im Gegensatz zu fossilen Rohstoffen sind sie dadurch weitgehend CO²-neutral; die Stoff- und Energiekreisläufe sind de facto geschlossen. Ihre Verwendung kann somit helfen, den sich verstärkenden Treibhauseffekt abzumildern und globalen Klimaveränderungen entgegenzuwirken. Schon durch ihren Anbau tragen nachwachsende Rohstoffe nicht nur optisch zur Landschaftsgestaltung bei. Mit ihrem Artenreichtum sorgen die Industriepflanzen dafür, die Vielfalt unserer Kulturlandschaft zu erweitern.